DR350SE



Allgemeines:
Alltagstauglich, nicht zu schwer, mit leicht zu schaltendem Sechsganggetriebe und drehfreudigem Motor, so präsentierte sich die Suzuki DR 350 von 1990 bis 1999 dem Publikum.
Der freundliche Leistungseinsatz lässt stressfreien Einsatz im Gelände zu und nicht nur Einsteiger dürften ihren Spass an der kleinen DR haben.
Das Fahrwerk reicht zum Endurowandern und für gelegentliche Ausflüge auf die Crosspiste aus, sodenn man nicht extreme Sprünge einlegen möchte.

Versionen und Unterschiede der SE-Jahrgänge:
Die DR 350 SE Versionen bis einschließlich 1995 verwenden das gleiche ruckgedämpfte Kettenrad wie die S-Versionen. Ab 1996 kommt bei den SE-Versionen ein anderes nicht ruckgedämpftes Kettenrad und eine auf 15/43 geänderte Übersetzung zum Einsatz. Es wird ein neuer, schwererer Endschalldämpfer mit etwas weniger “Biss” verbaut. Es gibt einen Endschalter an der Drosselklappe - der Zündzeitpunkt wird bei etwa 50 km/h und Vollast im 2. und 3. Gang zurückgeregelt. Der kleinere Anlasser hingegen bringt einen echten Vorteil: Im Gegensatz zum älteren Modell ist hier genügend Platz für einen Mikuni TM-36 Vergaser.

Modifikationen meiner 96er DR 350 SE:
Nachdem ich meine 95er im Frühjahr 2003 für die 250er GasGas verkauft hatte, kehrte ich doch recht schnell “reumütig” zu der kleinen Dreckschleuder zurück. Die explosionsartige Leistungsabgabe des Sportzweitakters machte es mir im Gelände denn doch zu schwer. Im Sommer stieß ich dann auf ein Angebot, das ich unmöglich ablehnen konnte ;-). Eine 96er SE mit original 2700 km, vom Vorbesitzer bereits folgendermassen umgebaut:
- Öhlins Federbein
- White Power Gabelfedern
- Luftfilterkasten aufgesägt
- Mikuni TM-36 Flachschiebervergaser mit Beschleunigerpumpe
- CRD Leistungskrümmer
- Rombo Racingauspuff
- Pro-Taper oversized Lenker
- neuer Kettensatz mit offroadtauglicher Übersetzung
- neue Pirelli MT 18 mit Reifenhaltern
...und das Ganze für 2600 Euro - ein Schnäppchen! Ich habe dann noch ein paar Sachen geändert - teils auch nur aus optischen Gründen, da für mich klar war, dass ich dieses Motorrad für längere Zeit behalten werde. Und dann soll sie mir natürlich auch gefallen! Also:
- TwinAir Luftfilter, der K&N flog raus
- Ölthermometer
- Faltenbälge gegen Neoprenschützer getauscht
- Acerbis Klappspiegel
- GPS-Halter von RAM
- Polisport RMX 50 Lampenmaske mit e-Zeichen und Bilux-Fassung. Tip zum Umrüsten: Es gibt
mittlerweile H4-Birnen mit Bilux-Fassung, die eine erheblich bessere Lichtausbeute und Haltbarkeit bieten.
- Maier MX Rear Fender
- UFO Heck mit e-Zeichen
- Rahmenprotektoren von Polysport
- ovale Miniblinker von Polo
- Sitzbankbezug und Tankdecal von DMP Covers (DMP verkauft auf ebay USA)
- Technosel 03 Dekor von der Suzuki RM250
- Aufkleber mit dem alten DR-Logo angefertigt und angebracht.

Fazit: Betrachtet man ausschließlich die technischen Umbauten, handelt es sich um ein komplett anderes Motorrad. Dies bestätigte sich auch sofort nach den ersten Offroadeinsätzen. Das Öhlinsfederbein steckt auf zerbombten Pisten wesentlich mehr weg, die progressiven Gabelfedern sprechen sensibler an und gehen nicht so schnell auf Block. Die Leistungsentfaltung ist eine Pracht: Die DR schiebt auf einmal richtig an, jede Bewegung am Gasgriff wird spontan in ordentlich Vortrieb umgesetzt. Wo bei einer Serien-DR irgendwann nix mehr kommt, dreht meine 96er frei im hohen Drehzahlbereich aus. Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Potential in einer DR350 steckt, wenn man es mit den geeigneten Umbauten freilegt!

Achja, den Rombo habe ich mit einem selbstgebauten DB-Killer wohngebietstauglich gemacht, da bekanntlich nicht alle die Vorliebe für einen satten Viertaktsound teilen. Allzulange Strecken sollte man mit einem solchen Aufsatz allerdings nicht fahren, da sonst eine Überhitzung der Auslassventile droht.