Normandie 2002

3 Tage – 1606 km…
Fronleichnam stand vor der Tür, ich hatte den Freitag (Brückentag) frei und es war für das ganze Wochende schönes Wochenende angesagt. Irgendwie hatte ich die Faxen ziemlich dicke und so beschloss ich Mittwoch abend kurzerhand: Ich muss an´s Meer!!!

Also schnell die nötigsten Sachen eingepackt – frei nach dem Motto “Wer sich nicht wäscht, braucht auch kein Deo und keine Klamotten zum Wechseln”. Zelt, Schlafsack, Iso und ein paar Essenssachen. Irgendwie hatte ich mir die Normandie in den Kopf gesetzt und der Marco Polo sagte auch ganz grob 550 km. Das sollte zu schaffen sein!

Donnerstag ging es dann um 8.30 Uhr los. Erst mal nett durch die Eifel nach Belgien und dort erst ne Karte gekauft – das GPS war diesmal nicht dabei. Spontan ne Richtung geplant und weiter. Diverse Umwege und Verfahrereien, vor allem die Bolzerei später in Frankreich auf der Autobahn (ich will endlich ans Meer!!!), brachten den Tageskilometerzähler auf sehr lustige 693 km…

Alles “Leiden” war jedoch beim Anblick der Küste vergessen.

Freitag bin ich dann die Küste Richtung Süden gefahren, und alsbald in einem Touri-Ort gelandet. So richtig schön ätzende 70er-Jahre Bettenburgen. Einzig der weitläufige Strand hielt mich an diesem Ort. Der Strand lockte mich schließlich so sehr, dass ich am Ortsausgang zum Strand hinunter gefahren bin. Dummerweise kam ich den kleinen Hang aber nicht mehr rauf – obwohl doch auf meinen Reifen Sahara draufsteht ;-)) Irgendwie gelang es mir die Kiste aus dem Sand zu schieben und ich bin dann den ganzen Strand an dumm glotzenden Touris und Surfschülern mit dem Motorrad entlang gefahren, bis endlich ausgerechnet an der Badeanstalt ne betonierte Rampe zum Rauffahren kam. Gut, dass die Flic´s diese Aktion nicht mitgekriegt haben – das wäre wahrscheinlich teuer geworden!

Samstag zog es mich dann doch nach Hause, und ich machte noch einen schönen Schlenker durch die belgischen Ardennen. Kurvenparadies ohne Ende – nur die dicken Alukoffer mahnten ein wenig zur Vernunft. Über Vianden ging es Richtung Bitburg durch die Eifel über kleinste Nebenstrassen nach Koblenz. Eine ausgiebige und geniale Strassentour nahm mit 581 Tageskilometern ihr Ende!