GPS

16 Jahre Motorradnavigation mit Garmin-Geräten sind Geschichte. Seit 2017 bin ich mit Android-Geräten als Navigationslösung unterwegs. Die beiden Apps Kurviger Pro und OsmAnd+ decken meine Anforderungen sehr gut ab.

2017 kam ein Tablet ans Mopped:

Durch meinen Garmin Monterra auf Android-Basis habe ich gemerkt, dass es neben Garmin durchaus auch weitere Navigationslösungen auf Android-Basis mit sehr interessanten motorradtauglichen Möglichkeiten gibt. Desweiteren wollte ich schon länger mehr Übersicht auf dem Navi haben – und das geht halt nur über die Bildschirmgröße. Mit Landkarten fahre ich seit Jahren nicht mehr.

Also über den Winter mal nach Tablets geschaut. Anforderungen: Staubdicht, wasserdicht und Möglichkeit zur externen Bordstromversorgung. Nicht über USB!

Ergebnis: Sony Xperia Z3 Compact 8″, IP65/IP68, mit seitlichen Ladepins (wie bei den Zumos auch).

Die aktive Halterung für Bordstromanschluß kommt von Brodit (513692), muß aber modifiziert werden für den Motorradeinsatz. Die Brodit-Kugel wurde entfernt, dafür kommt eine AMPS-Basis von RAM-Mount zum Einsatz.

Damit das Tablet nicht aus der Halterung rausrutscht, mußte ich mir was einfallen lassen, um es fixieren zu können. Die Lösung waren zwei Richter Zusatzhalter HR1684, die mit der Brodithalterung verschraubt wurden.

Stromanschluß mittels Weipu IP68-Steckverbinder Serie SP13.
RAM-Lenkerschelle hatte ich schon, dann noch ein langer RAM-Arm, fertig.

Eingaben erfolgen über einen Touchscreen-Stift – das Z3TC hat zwar auch einen Handschuh-Modus, der auch auf gefütterte Übergangshandschuhe anspricht. Punktgenaue Eingaben macht man hiermit aber nicht. Größere Schaltflächen hingegen könnte man bedienen, so eine App diese denn anbietet.

Die Anschlüsse zum Laden funktionieren problemlos. Diese „Pogo-Pins“ finden ja mithin bei fast allen Motorradnavis Verwendung.
Verbindung zum Mopped mittels der Weipu Schraubverbinder: Ebenfalls problemlos. Auch auf schlechten und auch unbefestigten Strassen funktioniert die Stromversorgung einwandfrei.

Insgesamt gefällt mir die Lösung sehr gut. Das Tablet ist groß genug, um auch weitere Strecken (bis 300 km getestet) gut planen zu können. Auch im Mittelbereich zum Entdecken hat man mehr Übersicht wie z.B. auf einem Zumo. Also genau das, was ich mir gewünscht hatte: Die digitale Landkarte.
Desweiteren erspart mir das Tablet den Laptop, den ich zum Füttern meiner Garmins sonst mitgenommen hatte. Also weitere Gepäckreduktion.

2018 als zusätzliche kleinere Lösung ein Kyocera Duraforce Pro:

Durch einen Thread im amerikanischen advrider-Forum wurde ich auf dieses Gerät aufmerksam: Wasser- und staubgeschützt nach IP68 sowie nach Militär-Standard 810G gegen Stürze, Temperaturschwankungen, Schockeinwirkung und jede Menge anderer Outdoor-Widrigkeiten resistent. Und: Aufladbar durch zwei rückseitige Kontakte! Als dann ein User seine Lösung einer aktiven Ladeschale veröffentlichte habe ich mir auf ebay USA ein Kyocera Duraforce Pro für $ 67 gekauft. Mit Versand und Einfuhrumsatzsteuer kam ich auf 85 €.
Die Kyoceras bieten einen interessanten Aspekt für diejenigen, die keine Telefon- / Datenfunktion benötigen. Auf ebay USA finden sich regelmäßig welche mit „bad IMEI“, „bad ESN“ oder „check ESN“. Das sind von den Providern gesperrte Geräte, die nicht mehr im Mobilfunk aktiviert werden können.
Mein Duraforce Pro vom US Provider Sprint ist eines davon. Gebrauchtzustand „C“ – Backcover leicht verbraucht, aber Display 1a in Ordung.

Basis der Halterung ist ein RAM-HOL-PD3U, durch dessen untere Öffnung man die Ladekontakte des eingelegten DF Pro erkennt. Was liegt näher, als dort hinein einen Korpus mit Pogo-Pins zu verpflanzen. Da ich nicht maschinell fräsen kann, kam mir ein Forenkollege mit seinem 3D-Drucker zu Hilfe. Verwendetes Material war ASA. Die Pogo-Pins gibt es in Deutschland bei Develektro. Etwas besagte Öffnung aufdremeln, Kontakte anlöten – fertig! Achja, die Stiftführungen des Korpus mußte ich noch etwas aufbohren und die Stifte hinterher mit ein wenig Epoxy fixieren.

Die stl-Dateien für den 3D-Druck gibt es hier. Wer das drucken will, muss sich die Objekte entsprechend seinem Druckprogramm einrichten. Wer dazu einen Dienstleister (z.B. Trinckle.com, Shapeways.com) in Anspruch nehmen will, braucht nur die jeweilige *.stl dort hoch zu laden. Empfehlenswertes Material in dem Fall: Nylon, Methode: Lasersinter.
Das ergibt in aller Regel deutlich bessere Ergebnisse als selbst gedruckt, fester und passgenauer, aber auch die können nicht zaubern! Spiel mit +/- 0,2 mm ist durchaus normal. Nylon kann man ggf. recht gut nachbearbeiten (schleifen, schaben, bohren ; darf dabei bloß nicht zu warm werden).
Mit weiteren Details zum 3D-Druck kann ich leider nicht dienen – obige Aussagen sind von meinem Forenkollegen – danke an Horst für Deine Unterstützung!