Alpen 2002

Vom 18.08. – 31.08 sollte es dieses Jahr auf die Schotterpisten in Ligurien und Piemont gehen. An- und Abreise per Autoreisezug. So war es zumindest geplant…
Positiv: Die Entscheidung, meine vor 2 Monaten erworbene DR350 mit in den Urlaub zu nehmen. Offroad macht die Kleine einfach mehr Spass als die Baghira, auch wenn sie sich onroad bei der Überquerung der hohen Alpenpässe etwas schwerer tut.
Negativ: Die Palm-GPS-Verbindung funktionierte nicht, obwohl der vorherige Test zuhause zufriedenstellend verlief. Insofern gab es auch leider keine Tracks!

Auch nicht so toll: Der montierte TKC80 war eine reine Enttäuschung. Mehrfach brachen sowohl Hinter- als auch Vorderrad mangels ausreichender Seitenführung auf Schotter aus. Im Regen auf der Strasse ist der Reifen eine Katastrophe, unvermittelt rutschte mir einmal das Vorderrad weg und das Hinterrad kam auch mal ziemlich quer .

Trotz dieser “Problemchen” hatte ich eine Menge Spass auf den Schotterpisten. Hin und wieder boten sich auch herrliche Ausblicke, die für vieles entschädigten.
Wirklich schade aber war, dass ich den Urlaub aufgrund der sehr schlechten Wetterverhältnisse in Italien abbrechen musste und so 5 Fahrtage im Susatal als auch die bequeme Rückfahrt im Reisezug flöten gingen.

Donnerstag, 15. August – Motorradvorbereitung

Frickeln von morgens 9 bis abends 17.30 an der Karre! Reifenwechsel geht ja mittlerweile fix von der Hand, aber der ganze Kleinscheiß!
– Krampen für die Spanngurte am hinteren Kotflügel befestigt, um das Gepäck festzurren zu können
– großer Tank drauf: neuen Benzinschlauch zuschneiden, Klemmen suchen und drauf schrauben, längere Befestigungschrauben suchen, überhaupt suchen, suchen….
– vom Vorabend frisch geölten Lufi einsetzen, sich vollsauen, Finger waschen
– Vorderreifen raus. Genialer Einfall: Jetzt doch direkt die Faltenbälge runter und die Neoprens drauf! Nebeneffekt: Die Neoprens sind noch auf der TS 🙁 Also: Gabel DR ausgebaut, Faltenbälge runter, Gabel wieder rein, Vorderrad wieder rein. Ich habe ja schließlich nur einen Montagebock! Den Bock unter die TS, Vorderrad und Gabel raus, Neos runter. Mit Neos in die Wohnung laufen, die versifften Dinger waschen und erst mal 5 Liter Wassser trinken. Wieder runter in den heissen Hof. Bälge auf die TS Gabel, Vorderrad rein, gut ist. Zur DR – Vorderrad wieder raus, Gabel wieder raus, Neos drauf, Gabel rein. Wieder genialer Einfall: Ich könnte doch noch die Bremsbeläge wechseln. Nochmal in die Wohnung rennen, Bremsbeläge holen. Hinhalten, scheiße, wie geht das? Wieder hoch in die Wohnung, Reparaturhandbuch holen. Depp – das hättest Du auch so hingekriegt. Bremsbeläge gewechselt, Vorderrad rein. Hinterrad raus, Reifen runter, neuer Reifen drauf, mann bin ich gut! Hinterrrad rein, 14 er Ritzel raus, 15er Ritzel drauf, Kette einsprühen. (Kettenspray musste ich natürlich erst aus der Wohnung holen!)
– zu guter Letzt: Genussvoll DR anlassen: orgel orgel orgel – nüüs!
Unflätigste Flüche ausstossend den ganzen Kram weggeräumt, mit Baghira zu Polo gefahren, Zündkerzen kaufen. Morgen gehts weiter!

16. August: Packen

Am nächsten Tag alle Sachen gepackt – ich bin reisefertig. Das Anspringen der DR wurde durch Auftanken gelöst – der Restsprit aus dem alten Tank hatte nicht ausgereicht, da der Acerbis-Tank tiefer liegt als der Sprithahn!

17. + 18. August: Zwischenstation in Bonn

Grillen bei Steffie und Konrad war angesagt – ein sehr netter Abend bevor es Sonntag nach Köln gehen sollte. Sonntags nachmittags das ganze Geraffel dagelassen und erst mal in die Kneipe Formel-1 gucken. Kneipe hat aber zu – also zurück. Denkste! Zündung an, aber auf den Druck des Anlassers kommt keine Reaktion. Shit, das jetzt unmittelbar vor Abreise… Konrad angerufen, Kiste angeschoben, springt an. Schalter durchgemessen, Strom kommt an. Rostige Feder als Kontaktproblem ausfindig gemacht, blankgeschliffen, Problem beseitigt. Tiefes Durchatmen – ich sah mich schon auf den letzten Drücker nach Koblenz zurückreisen und die Baghira holen!
Also auf nach Köln zum Reisezug. Verladen war problemlos, dann das ganze Gepäck zum Zug schleifen, ins Abteil. Mensch ist das eng im Liegewagen. Drei Leute sitzen schon drin und ich bin ziemlich ratlos, wo ich mit meinen ganzen Sachen hin soll. Zudem null Bewegungsfreiheit. Weiter hinten sind aber zwei Abteile leer, also den Zugleiter auf mein Problem und die leeren Abteile angesprochen – es funktioniert und ich habe ein Abteil für mich alleine!

19. August: Ankunft in Avignon und Anreise nach Breil sur Roya

Viel geschlafen hatte ich bei dem Gerumpel und Geratter zwar nicht, aber immer noch besser als den ganzen Weg per Mopped zu fahren. Der Frühstückssnack der Bahn war prima, guter Kaffee, ein frisches Baguette mit Käse, Wurst und Marmelade. Klasse! Moppedabladen in Avignon hat leider recht lange gedauert, da drei Züge gleichzeitig ankamen und nacheinander abgearbeitet wurden. Das ist verbesserungswürdig!
Insgesamt gingen 1,5 Stunden incl. Bustransfer drauf 🙁

pict0001-640x480Bei schönem und knallheißem Wetter ging es dann 330 km über Nizza und den Col du Braus nach Breil ins Valle Roya. Vor Nizza sah ich schon die dicken dunklen Wolken in den Bergen hängen – hmmm, wenn das mal gutgeht.
Auf dem voll besetzten Campingplatz hatten sich meine drei Urlaubsbegleiter bereits eingerichtet. Jörg kannte ich ja schon von unseren beiden Vorabtreffen, Klaus nur per Email-Kontakt und zwei Telefonaten, seinen Freund Markus garnicht. Kennenlernen und kurze Planung der nächsten Tage waren also angesagt.

Ligurische Grenzkammstrasse Teil 1

Heute wollen wir die Ligurische Grenzkammstrasse von Süden her befahren.
Erst mal zum Lebensmittelladen Proviant für unterwegs kaufen: Ein abgepackter Käse, ein Camenbert und ein Stück Wurst: 10 Euro – teures Frankreich! Markus fährt mit der Adventure vor und schlägt den Weg nach Norden ein. Hmm – das mit der Absprache haut irgendwie noch nicht so richtig hin. Nun denn, auf dem Weg Richtung Tenda verlässt uns die Sonne und es wird immer verhangener. Die 48 Kehren machen mal wieder richtig Laune und stimmen uns trotz der oben nicht vorhandenen Aussicht milde.

Im Nebel – ich fahre voraus – geht es dann ohne große Probleme auf die Ligurische Grenzkammstrasse. Col de la Boaire – immer wieder schön. Schnell stellt sich heraus, dass Jörg mit seiner TTR und ich ein anderes Tempo fahren als Markus und Klaus. Die beiden lassen es lieber ein wenig ruhiger angehen. Gut, jeder Jeck ist anders, kein Problem, Jörg und ich legen dann halt öfter mal eine Pause ein. Nachdem wir das harmlose Waldstück erreichen, gibt es jedoch kein Halten mehr: “Qualifying” ist angesagt. Aussicht verpasst man durch den Nebel eh nicht, also geht es mit Vollgas durch den matschigen Wald und die grossen Pfützen. Mit breitem Grinsen wird die nächste Pause eingelegt. Die TTR zeigt sich danach mal wieder zickig, was Anspringen angeht, und ich werde angehalten, doch die Pausenplätze so zu wählen, daß Jörg die “Zicke” bergab rollen lassen kann.

Harley EnduroAn der Kreuzung Saccharello-Monesi treffen wir auf einen havarierten Endurofahrer der besonderen Sorte: Lederklamotten mit Fransen, Harley Davidson T-Shirt, Jethelm und Rauschebart.
Der Gute ist mit seiner (?) KTM mit absolut fertigem Kettenrad und ohne jedes Werkzeug losgefahren und jetzt rutscht die Kette nur noch durch. Er lässt sich von Markus die Kette spannen – selbst Hand anlegen Fehlanzeige! Fotografiert werden mag er sichtlich auch nicht so gerne 😉

Wir verabschieden uns und fahren hoch zur Statue, um bei bescheidener Sicht unsere Mittagspause einzulegen. Nachdem wir alles ausgepackt haben, fängt es an zu regnen und wir verziehen uns in die Kapelle. Der Nebel wird immer dichter und wir beschließen, aus Sicherheitsgründen auf die Direktpassage Tanarello – Collardente zu verzichten und den Umweg über den Passo di Garezzo zu nehmen.

Im Schritttempo tasten wir uns nach Monesi herunter – auf einmal höre ich ein böses metallisches Scheppern hinter mir: Jörg windet sich schmerzverkrümmt auf dem Boden und die TTR liegt mitten auf dem Weg. Irgendwie kam sein Hinterrad wohl quer – ein Desert mit weniger als der Hälfte Profil war wohl doch nicht die erste Wahl für diesen Untergrund. Zum Glück beruhigt sich sein Fuss halbwegs nach kurzer Zeit. Die TTR bekommt meinen Ersatz-Kupplungshebel von der DR, der Ständer ist gebrochen und wird abgeschraubt, aber ansonsten ist nix kaputt. Durch Anrollen kriegt Jörg die TTR wieder an´s Laufen.

Die Galleria Garezzo kommt gerade recht zum Unterstellen, da es auf der Gegenseite kübelt wie aus Eimern. Die Seite, von der wir kamen, klart hingegen auf, und es kommt sogar kurz die Sonne heraus. Das Wetter ändert sich aber rasch, und es fängt auch hier an zu regnen. Wir machen uns auf den Weg und tasten uns bei Sicht Null im Nebel den Berg hinunter. Am Passo di Collardente beschließen wir nach La Brigue hinunterzufahren und kriegen dafür die volle Ladung Regen ab. Das Wasser schießt nur so den Berg herunter, aber alle kommen heil im Tal an. In Breil scheint wieder die Sonne und wir können die nassen Sachen trocknen.

Ligurische Grenzkammstrasse Teil 2

Der südliche Teil der Ligurischen Richtung Pigna steht heute an. Also rauf über La Brigue durch den matschigen Wald und oben erst mal Pause. Das restliche Stück Richtung Süden gestaltet sich nicht sonderlich aufregend. Ein paar schöne Schotterkehren versüßen die Abfahrt vor der nicht enden wollenden Strecke auf Teer runter nach Pigna.

Hinter Pigna finden wir noch eine recht deftige Piste und queren nach gut 10 km Offroad zufrieden rüber ins Valle Roya zum Campingplatz. Wir packen zusammen, da wir die Nacht auf dem Fort Central verbringen wollen. Oben angekommen, empfängt uns kalter Nebel. Es ist ziemlich ungemütlich und ich bin nicht sehr begeistert, hier die Nacht zu verbringen. Aber abgemacht ist abgemacht, und so baue auch ich “leicht” widerwillig mein Zelt auf. Beim Lagerfeuer wird es dann aber doch noch ein recht netter Abend!

Fort Central

Ein kalter nebliger Morgen begrüßt uns auf dem Fort Central. Beim Sonnenaufgang reißt es mal kurz für eine halbe Stunde auf, und ich wärme mir bei einem kleinen Morgenspaziergang die Knochen auf.

Danach zieht es wieder zu, und ich ziehe es vor, Jörg auf dem Weg zurück nach Breil zu begleiten, wo er den Seitenständer der TTR hat schweissen lassen und ihn heute abholen muss. Im kalten Nebel im Fort herumstöbern ist nicht ganz so mein Ding. Klaus und Markus scheinen daran aber Gefallen zu finden und so treffen wir uns später im Fort wieder.

Zusammenpacken und auf ins Valle Maira! Wir wollen zum Campo Base am Ende des Maira Tals. Am Colle Valcavera teilt sich der Weg auf: Einmal Schotter, einmal Teer. Wir nehmen vernünftigerweise die Teerpiste, einmal aus Zeit-, des anderen auch aus Sicherheitsgründen. Es macht zudem auch nicht wirklich Spass, mit Gepäck offroad zu fahren. Am späten Nachmittag erreichen wir das Campo Base und sind angenehm überrascht: Der Platz ist sehr ordentlich, hat saubere sanitäre Anlagen und es ist wenig Betrieb dort. Schnell noch runter nach Acclegio einkaufen und einen Cafe e latte genießen – molto bene!

Maira Stura

Klaus und Markus verabschieden sich von Jörg und mir – sie müssen Anfang nächster Woche wieder nach Hause und wollen noch ins Susatal. Ich empfehle ihnen noch Camping Gran Bosco in Salbertrand und wir verabschieden uns. Jörg und ich wollen die Tags vorher ausgelassene Maira-Stura-Kammstrasse fahren und machen uns auf zum Colle Valcavera. Unterwegs klart es doch tatsächlich mal auf und die Sonne kommt heraus!

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Am Einstieg zur Kammstrasse bietet sich uns ein prächtiges Panorama.

Kleiner Abstecher zum Colle di Mulo – ziemlich holprig, ausgewaschene Kehren und Steinstufen – zum Glück fahren wir ohne Gepäck!

Im weiteren Verlauf der Kammstrasse zieht das Wetter leider wieder zu, und wir fahren mal wieder im Nebel, später bei leichtem Nieselregen weiter. Am Passo Gardetta wechselt der Bodenbelag unvermittelt in seifigen Sand, und Jörg stellt seine TTR in einer Kehre kurz vor dem Abgrund quer. Auch ich fahre wie auf Eiern den rutschigen Pass hinunter. Der untere Teil ist aber leider frisch geteert – letztes Jahr gab es hier noch richtig schönen Schotter 🙁

Der Regen wird stärker und wir kehren gegen Mittag in der Trattoria in Marmora ein. Die Verständigung ist schwierig, aber ein Menu kriegen wir dann doch bestellt. Sechs Gänge werden uns serviert, alles sehr sehr lecker. Dank dem Euro zahlen wir dieses Jahr 20 Euro pro Person anstatt wie im Jahr zuvor 25 DM…

Wir fahren rauf zum Campingplatz, wo es für eine halbe Stunde nicht regnet, und wir unsere Sachen sortieren können. Danach machen wir es uns in einem grossen Zelt mit Biertischen und Bänken gemütlich, kochen und trinken Vino. Gegen 22 Uhr hört es dann auf zu regnen und wir taumeln mit schwerem Kopf ins eigene Zelt.

Varaita-Maira Kammstrasse

Heute ist letzter Fahrtag für Jörg und wir wollen noch die Varaita-Maira Kammstrasse unter die Stollen nehmen. Es ist trocken, wenn auch verhangen und wir fahren hoch zum Colle di Sampeyre. Aussicht wie immer null. Dicker Dunst umhüllt uns.
Wir machen uns auf den Weg zum Colle Bicocca. Es ist Samstag und es sind doch ein paar Ausflügler per pedes unterwegs. Die Wanderer schauen schon ein wenig kritisch, als sie uns ankommen sehen. Selbstverständlich fahren wir im Schritttempo vorbei, grüßen mit erhobener Hand und einem freundlichen “Ciao” – und schon wird zurückgewunken und gegrüßt. Wie man in den Wald hineinruft – so schallt es heraus!

Wir fahren zurück zum Colle die Sampeyre und nehmen die Gegenrichtung in Angriff. Hier ist niemand zu Fuss unterwegs – zu unbequem ist der Weg. Wir werden ziemlich durchgeschüttelt ob des relativ groben Gerölls. Wir fahren nur im Stehen – auch bei Jörg geht das mittlerweile mit dem angeschlagenen Fuss wieder.
Leider haben wir null Aussicht – alles hängt voller Nebel. Ich komme mir langsam vor wie im Fitnessstudio auf dem Laufband. Unter mir die Piste und rundum Nix. An einer Kehre mit ein wenig Wiese machen wir schließlich Mittagspause und verzehren unser mitgebrachtes Brot samt Käse und Keksen. Später wieder auf Teer angelangt sind wir recht zufrieden ob der netten Piste. Das hat trotz Allem richtig Spass gemacht!

Gegen Nachmittag fahren wir zurück zum Campingplatz, nicht ohne in Acclegio einzukaufen und einen Cafe e latte zu trinken. Anschließend wollen wir noch in der Nähe von Acclegio einen Weg versuchen, der auf der Karte bei 2840 Metern endet. Ohne große Schwierigkeiten schrauben wir uns bis auf 2463 Metern, dann ist der Weg gesperrt. Macht nix, es ist eh saukalt hier oben im Nebel und es fängt auch grade an zu nieseln. Also zurück – Jörg ist bedient und auch mir steckt der Tag ordentlich in den Knochen. Am Campingplatz die obligatorische halbe Stunde bis es anfängt zu regnen, kochen und Vino im grossen Zelt – Gute Nacht!

Abreise – Tag 6/7/8

AbreiseHeute heißt es Abschied nehmen – wir fahren noch gemeinsam über den Colle di Sampeyre, frieren uns auf dem Col Agnel bei 15 km/h in dicker Suppe tierisch einen ab. Hinter Guillestre trennen sich unsere Wege. Jörg fährt runter nach Sisteron, wo er Auto und Hänger untergebracht hat und mein Weg geht weiter ins Susatal.

Im Susatal angekommen, direkt den Campingplatz Gran Bosco gefunden, vor mir ein Hänger mit 2 LC4´s drauf. Hier bin ich wohl richtig 😉

Etwas verhangener Himmel, aber trocken. Prima! Des Abends treffen immer mehr Endurofahrer aller Coleur ein. Teils Neuankömmlinge wie ich, teils Rückkehrer von einer Tagestour. Von den dicken BMW´s bis zu den leichten Sportgeräten ist alles vertreten. Jeder quatscht mit jedem, tauscht Erfahrungen aus. Mir gefällt es richtig gut hier !

Später fängt es dann an zu regnen und ich verziehe mich in die Kneipe vom Campingplatz und philosophiere mit einem österreichischen 4×4-Päärchen über Offroadfahren im Allgemeinen und Besonderen 😉

Nachts werde ich dann von prasselndem Regen wach – shit! Der Regen hört erst gegen 11 Uhr am nächsten Morgen auf. Die Wolken hängen tief im Tal. Mittlerweile sind alle Endurofahrer bis auf zwei Jungs mit DR350 und ner 100er GS wegen des besch*ssenen Wetters abgereist. Ich beschließe, mit den beiden auf die Asietta zu fahren. Nach zwei Kilometern Richtung Susa bei Sicht Null und einsetzendem Regen rutscht mir das Vorderrad in einer zum Glück recht breiten Kehre weg (Scheiss TKC80!).

Da macht es bei mir irgendwie „Klick“ – ich wünsche den beiden noch eine gute Fahrt und kehre um zum Campingplatz. Dort schmeisse ich das ganze nasse Geraffel in die Gepäckrolle, packe komplett auf und starte um 13 Uhr ab Richtung Heimat. Tja, das war´s dann wohl mit Urlaub – 5 Fahrtage im Susatal samt Rückfahrt im bequemen Reisezug gecancelt 🙁

Gegen 20 Uhr bin ich in der Schweiz in Martigny und suche mir ein Hotel. Vorher habe ich mir noch auf zig Pässen bei Schritttempo im Nebel nen Ast abgefroren. Am nächsten Tag geht es morgens um acht los, wieder ist frieren auf Pässen im Nebel angesagt und ab ca. 15 Uhr bin ich in dann in Deutschland in der süddeutschen Sonne. Warm ist es hier – man könnte glatt meinen, es wäre Sommer…

Koblenz sieht mich gegen 19.30 Uhr bei trübem Nebelwetter – toller Empfang! Irgendwie bin ich stinksauer und fluche unterm Helm, was das Zeug hält. Totz allem bin ich froh, nach knapp 1000 Kilometern mit der DR350 endlich zu Hause angekommen zu sein!